25 Jahre Preis der Nationalgalerie – Eine Bühne für die Kunst unserer Zeit.
Die FREUNDE riefen den Preis auf Initiative ihres Kuratoriumsmitgliedes Rolf Hoffmann im Jahr 2000 ins Leben, um der vitalen zeitgenössischen Kunstproduktion in der aufstrebenden Kunstmetropole Berlin eine institutionelle Bühne und damit Sichtbarkeit bei einem breiten Publikum zu bieten, die es zur Jahrtausendwende hier so nicht gab.
2000
Der erste Preis im Jahr 2000 basierte auf der Nominierung von vier Preisträger*innen als sogenannte „short-list“. Die short-list-Ausstellung fand in der zentralen Halle des Hamburger Bahnhofs statt. In Gegenwart des damaligen Kulturstaatsministers Michael Naumann fand am 6.12.2000 die festliche Preisverleihung an den Gewinner statt, der am selben Tag von durch eine international besetzte Jury unter dem Vorsitz von Peter-Klaus Schuster in einer intensiven Diskussion ausgewählt worden war. Der Preis war mit 100.000 D-Mark dotiert und damit die in Deutschland am höchsten dotierte Auszeichnung für Künstler*innen.
2002 - 2011
Nach den Erfahrungen mit dem ersten Preis wurde das Format für die zweite Ausgabe im Jahr 2002 leicht modifiziert: Die jetzt 50.000 Euro Preisgeld wurden geteilt in einen Barpreis von 25.000 Euro und einen Ankaufsetat in Höhe von 25.000 Euro.
2013 - 2021
Im Verlauf dieser Dekade entwickelte sich Berlin zu einer international beachteten Kunstmetropole mit einer bemerkenswerten Galerieszene und zahlreichen Künstler*innen aus aller Welt, die hier schöpferisch tätig waren. Unter der Ägide von Udo Kittelmann (seit 2008 Direktor der Nationalgalerie) veränderte sich der Preis erneut: Kittelmann spürte angesichts der Entwicklungen auf dem internationalen Kunstmarkt einen Bedeutungsverlust des Preises innerhalb der Künstlerschaft. Er überzeugte den Vorstand der FREUNDE das Preisgeld abzuschaffen und stattdessen eine Preisträger-Ausstellung zu stiften. Der siebte Preis fand somit 2013 als beeindruckende short-list-Ausstellung der vier nominierten Künstler*innen und einer festlichen Preisverleihung statt. Im Jahr 2014 gab es dann erstmalig eine Preisträger-Ausstellung. Die Qualität beider Ausstellungen gab Udo Kittelmann recht und das stärkere Engagement der FREUNDE mit der Finanzierung von zwei Ausstellungen in diesem Kontext zahlte sich mit einem deutlichen Bedeutungsgewinn des Preises aus.
2024
Bedingt durch die Corona-Pandemie fand die zwölfte Ausgabe des Preis erst 2024 statt und stand im Zeichen von Inklusion und Miteinander. Der immer wieder von einzelnen Akteur*innen kritisch betrachtete Aspekt des „Gewinnens oder Verlierens“ wurde für diese Ausgabe abgeschafft, in dem die vier nominierten Künstler*innen der short-list zugleich die vier Gewinner*innen des Preises waren. Das Preisgeld in Form der Preisträger-Ausstellung wurde in Ankauf eines Werkes von jedem Künstler*in für die Sammlung der Nationalgalerie transformiert.
Ab 2026
Ein Vierteljahrhundert später ist Berlin eine der wichtigsten Städte der Gegenwartskunst, mit großartigen Institutionen, einer internationalen Galerienszene, zahlreichen Projekt-Spaces und weiterhin vielen Künstler*innen aus aller Welt, die hier leben und arbeiten. In diesem Umfeld, das heute von einer starken Aufmerksamkeit für junge, vielversprechende Positionen geprägt ist, soll der Preis der Nationalgalerie auch künftig eine zentrale Rolle spielen. Mit dem Ortswechsel nach 25 Jahren in die Neue Nationalgalerie wird die Verbindung von Gegenwartskunst mit der Sammlungsgeschichte des 20. Jahrhunderts gestärkt. Der ikonische Raum von Mies van der Rohe bietet den angemessenen Rahmen für eine museale Ehrung mit künstlerischer Strahlkraft. Der größte Wert des Preises liegt auch heute darin, dass er den Dialog mit der Gegenwart offenhält, dabei jene Künstlerinnen und Künstler auszeichnet, die unsere Zeit in besonderer Weise prägen, und diese einer breiten Öffentlichkeit nahebringt.












